VIRTUE

Virtual-Reality-Intervention für den transdiagnostischen Einsatz von Defusionsübungen

Hast du manchmal belastende Gedanken, die sich wie Tatsachen anfühlen? Dann bist du hier genau richtig.

Viele Menschen haben belastende Gedanken wie zum Beispiel «Niemand mag mich» oder «Ich bin dumm». Oft fühlen sich diese Gedanken so an, als wäre das wirklich so und es ist schwierig diese Gedanken loszulassen.

VIRTUE Bern hat Übungen in Virtual Reality entwickelt, die dir dabei helfen können, belastende Gedanken anders wahrzunehmen und flexibler mit ihnen umzugehen. Dazu wird ein psychologisches Verfahren aus der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) eingesetzt, nämlich kognitive Defusion. 

Wir von der Berner Universitätsklinik wollen herausfinden, wie wirksam diese Übungen in Virtual Reality sind. Darum machen wir eine wissenschaftliche Studie dazu.

Diese Studie wird vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) und der Fondation Adrian et Simone Frutiger finanziert.

Projektleitung: Assoz. Prof. Dr. phil. Chantal Michel ; Dr. Adamantini Chatzipanagioti

Doktorandinnen und Doktoranden: Helena Fischer; Mimoza Morina  

VIRTUE untersucht die Wirksamkeit von Virtual Reality (VR) zur Förderung der kognitiven Defusion. Dabei vergleichen wir eine VR-basierte Intervention mit einer traditionellen 2D-Desktop-Anwendung.

Jugendliche werden dabei mit ihren Gedanken auf unterschiedliche Weise konfrontiert – entweder aktiv, indem sie mit ihren Gedanken interagieren, oder passiv, indem sie diese lediglich beobachten. Dies ermöglicht uns, zu erforschen, wie verschiedene Arten der Interaktion mit Gedanken die Ergebnisse der Defusion beeinflussen.

Das Projekt umfasst auch die Anwendung von Ecological Momentary Assessment (EMA), um zu messen, ob die in der VR erlernten Fähigkeiten im Alltag angewendet werden können. Ergänzend werden Verhaltensmetriken genutzt, um den Fortschritt der Teilnehmenden individuell zu erfassen und die Intervention zu optimieren. 

Ziel des Projekts ist es, eine frühzeitige Intervention für Jugendliche zu entwickeln, die über herkömmliche Methoden hinausgeht und so helfen kann, psychische Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

VIRTUE schliesst eine Lücke in der psychischen Gesundheitsversorgung von Jugendlichen. Da psychische Erkrankungen häufig in der Jugend beginnen, ist es entscheidend, frühzeitig unterstützende Massnahmen zu bieten. Das Projekt setzt auf innovative Technologien wie VR, um die Therapieerfahrungen zu bereichern und die Wirksamkeit in realen Lebenssituationen zu testen. Die Ergebnisse könnten dazu beitragen, die Wartezeiten in der psychischen Gesundheitsversorgung zu reduzieren und schwerwiegende Erkrankungen langfristig zu verhindern.

zum vollständigen Projektbeschrieb in englischer Sprache

Kognitive Defusion ist ein psychologisches Verfahren aus der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT), welches dir hilft Abstand zu deinen belastenden Gedanken zu gewinnen und anders mit ihnen umzugehen. Statt Gedanken einfach zu glauben (z.B. «Niemand mag mich») kannst du mit etwas Übung lernen Gedanken als das zu sehen, was sie sind, nämlich Gedanken und keine Fakten. 

  • Du bist zwischen 12 und 25 Jahren alt
  • Du hast regelmässig solche belastenden Gedanken
  • Du sprichst und verstehst Deutsch
  • Du erhältst die Chance den Umgang mit belastenden Gedanken mit Hilfe von neusten Technologien zu lernen
  • Du hast die Möglichkeit dich aktiv an der Entwicklung von Interventionen für Jugendliche zu beteiligen
  • Du hilfst uns herauszufinden, ob mit Virtual-Reality-basierten Interventionen psychische Belastungen frühzeitig und wirksam reduziert werden können
  • Die Teilnahme ist kostenlos. Für das Beantworten von Fragen erhältst du eine finanzielle Aufwandsentschädigung.

Psychische Belastungen entstehen oft nicht nur durch äussere Ereignisse, sondern durch den inneren Umgang mit Gedanken. Um psychische Belastung frühzeitig und wirksam reduzieren zu können, ist es daher wichtig, einen gesunden Umang mit belastenden Gedanken zu erlernen. Dabei geht es nicht darum diese Gedanken «wegzutherapieren», sondern sie sichtbar und neu erfahrbar zu machen. 

Virtual Reality könnte durch ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten dazu beitragen, diesen Lernprozess anschaulicher, interessanter und effektiver zu gestalten. Mit unserer Studie möchten wir daher untersuchen, ob Interventionen in Virtual Reality psychische Belastungen bei jungen Menschen frühzeitig und wirksam reduzieren können. 

Du kannst nicht nur an der Studie teilnehmen, sondern dich auch aktiv an der Entwicklung der Interventionen beteiligen.

Wie kannst du dich beteiligen?

  • Du kannst uns Rückmeldungen zu dem Design, der Sprache und dem Ablauf der Intervention geben
  • Du kannst mithelfen die virtuellen Szenarien verständlich, realistisch und jugendgerecht zu gestalten
  • Du kannst dich an der Weiterentwicklung einzelner Module beteiligen.

Wir wollen so sicherstellen, dass unsere Interventionen nicht über Jugendliche hinweg, sondern gemeinsam mit ihnen entwickelt werden.

Kontaktangaben

Nimm gerne mit uns Kontakt auf, wenn du Fragen hast oder an der Studie mitmachen willst.

Telefonnummer: xx (wird noch kommen)

E-Mail: virtue.upd@unibe.ch

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