Schizophrenie und Psychosen
Psychosen sind schwere psychische Störungen, bei denen die Fähigkeit, Realität und innere Erlebnisse voneinander zu unterscheiden, vorübergehend oder längerfristig beeinträchtigt ist.
Typisch sind Wahnvorstellungen, Störungen des Erlebens der eigenen Person sowie Sinnestäuschungen wie Stimmenhören, oft verbunden mit Einschränkungen der Leistungsfähigkeit.
Die Akutbehandlung zielt auf eine rasche Reduktion der Symptome und Stabilisierung ab, in der Regel durch medikamentöse und unterstützende Massnahmen. Bei ausreichender Stabilisierung oder anhaltenden Symptomen können ergänzend psychotherapeutische Behandlungen eingesetzt werden.
Die Behandlung erfolgt möglichst kontinuierlich vom Eintritt bis zum Austritt und legt besonderen Wert auf eine sorgfältig geplante und nahtlose Nachbetreuung.
Ein strukturiertes Tagesprogramm sowie eine umfassende medizinische Diagnostik sowie eine psychologische, pflegerische und soziale Einordnung bilden die Grundlage. Dabei werden auch Familie, soziales Umfeld und berufliche Situation einbezogen.
Was sind typische Symptome für eine Psychose?
Typische Anzeichen einer Psychose sind
- Wahnvorstellungen, bei denen Betroffene beispielsweise glauben, verfolgt, überwacht oder bedroht zu werden
- Häufig verändert sich auch das Erleben der eigenen Person: Manche Menschen haben das Gefühl, nicht mehr ganz sie selbst zu sein oder sich von sich selbst entfremdet zu fühlen.
- Darüber hinaus können Halluzinationen auftreten, insbesondere das Hören von Stimmen, die von anderen nicht wahrgenommen werden.
Diese Symptome beeinträchtigen oft die Konzentration, die Leistungsfähigkeit und die Bewältigung des Alltags und können zu erheblichen Belastungen im sozialen und beruflichen Leben führen.
Behandlung wo und wie
Für Menschen mit beginnenden, akuten oder chronischen Psychosen bietet das UPZ ein umfassendes und sorgfältiges diagnostisches und therapeutisches Angebot.
Behandlungsformen
Das UPZ bietet eine umfassende diagnostische Abklärung an, die durch eine individuelle Beratung zu Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten ergänzt wird. Die Sprechstunde für Psychosen ist eng mit den ambulanten und stationären Angeboten vernetzt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf die Früherkennung und der evidenzbasierten Behandlung erster psychotischer Episoden und beginnender Schizophrenien. Eine kontinuierliche und professionelle Betreuung wird gewährleistet.
Zudem besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Früherkennungs- und Therapiezentrum für psychische Krisen sowie spezialisierten Sprechstunden für Wahrnehmungsstörungen.
Behandlungsteam
- Chefärztinnen und Chefärzte
- Oberärztinnen und Oberärzte
- Assistenzärztinnen und Assistenzärzte
- Psychologinnen und Psychologen
- Mitarbeitende des Sozialdienstes
Für die Patientinnen und Patienten mit einer Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis bietet die Universitätsklinik für Erwachsenenpsychiatrie diverse spezifische Behandlungsangebote an, in unterschiedlichen Behandlungssettings (ambulant, tagesklinisch, stationär).
- Individualisiertes Psychotherapieprogramm bei Psychosen (InPP)
- Integriertes Psychologisches Therapieprogramm (IPT)
- Integrierte Neurokognitive Therapie (INT)
- Soziale Fertigkeiten im Freizeitbereich (WAF)
- Soziale Fertigkeiten im Wohn- und Arbeitsbereich (WAF)
- Angebote bei Stimmenhören
Therapien und Unterstützungsangebote
Die Therapien und Unterstützungsangebote sind vielfältig und werden individuell auf die Bedürfnisse und Ziele der Patientinnen und Patienten abgestimmt. Sie sind ein zentraler Bestandteil der Behandlung und ergänzen die medizinische und psychotherapeutische Versorgung.
Zum Einsatz kommen unterschiedliche Therapieformen wie Psychotherapie, Ergo-, Kunst- und Musiktherapie, Körper- und Physiotherapie, tiergestützte Therapie, sowie sozialarbeiterische Beratung und Ernährungsberatung. Diese Angebote können einzeln oder in Kombination, im Einzel- oder Gruppensetting und je nach Behandlungsform ambulant, tagesstationär oder stationär stattfinden.